Die Gnade der Ignoranz

Als diese Woche die Nachricht in den Medien erschien, Wurst, und Speck seien ungesund, sogar extra Krebserregend, musste ich doch an die Deutschen denken. Zwar essen wir hier in den Niederlanden auch ganz gerne Wurst, aber die Deutschen??

Wiener, Frankfurter, Bockwurst, Fleischwurst usw. Und dann nicht zu vergessen, Bratwurst und Currywurst. Natürlich fand sich im Spiegel darüber eine extra Nachricht.

Der Autor, Stefan Kuzmany weißt darauf hin wie herrlich das leben war, als wir all die Erkenntnisse, was ungesund war noch nicht kannten. Er sieht das als die Gnade der Ignoranz. Heute müssen wir nachdenken und dauernd schwierige und unangenehme Entscheidungen treffen.

In seinem Artikel findet sich zudem ein schönes Beispiel des Konjunktivs: Also überlegen Sie bitte gut, wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist: Wäre es nicht besser, diese Wurst beiseite oder vielleicht gar in den Mülleimer zu legen? Sollten Sie nicht lieber noch einmal zum Kühlschrank gehen und etwas Gesünderes herausholen? Zum Beispiel, was gäbe es denn da, sagen wir mal: eine Karotte? Oder einen Joghurt?

Seine Schlussfolgerung: „Es wird darum wohl kaum jemand, der bisher gerne Wurst gegessen hat, ausgerechnet wegen der neuesten Erkenntnisse der Experten von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) zum Vegetarier werden: Die Gewohnheiten sind stark. Wem Wurst schmeckt, dem wird sie weiterhin schmecken – wer die unappetitlichen Umstände ihrer Herstellung verdrängen kann, ist ohne Weiteres dazu in der Lage, auch das Gesundheitsrisiko auszublenden. Und kann sich nach dem Frühstück ganz entspannt eine Zigarette anstecken.“ http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kommentar-zu-krebsgefahr-ab-morgen-keine-wurst-mehr-vielleicht-ganz-bestimmt-a-1059714.html